„FAZ „zitiert Anwalt der jüngst nach Blasphemie-Anklage freigesprochenen pakistanischen Christin – Auch für Anwalt ist es nicht sicher in dem muslimischen Land

Frankfurt, 01.02.2019 (KAP/KNA) Die verfolgte Katholikin Asia Bibi aus Pakistan ist einem Zei- tungsbericht zufolge nach Kanada ausgereist. „Sie ist mit ihrer Familie vereint“, zitiert die „Frank- furter Allgemeine Zeitung“ (FAZ, Freitag) ihren Anwalt, Saif Ul-Malook. Demnach war Asia Bibi mit ihrem Mann in das Land übergesiedelt, in dem sich bereits ihre beiden Töchter aufhielten. Den genauen Zeitpunkt ihrer Ausreise und wie sie das Land verlassen habe, könne er aus Sicher- heitsgründen nicht offenlegen, sagte der Anwalt der Zeitung. Es hatte demnach zuvor geheißen, dass Asia Bibi nicht mit einem regulären Flug aus Pakistan ausreisen könne.

Asia Bibi war 2009 als erste Katholikin in Pakistan wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. 2014 bestätigte ein Gericht in Lahore das Todesurteil; 2015 ordnete ein weiteres Gericht die vorläufige Aussetzung der Hinrichtung an. Es folgte ein erneutes Beru- fungsverfahren. Das Oberste Gericht des isla- misch geprägten Pakistan lehnte am Dienstag eine Petition zur Überprüfung des Freispruchs ab. Dies hatten Kirchenvertreter, Menschenrecht- ler, Hilfsorganisationen und Politiker begrüßt.

Seitdem stand einer Ausreise Bibis und ih- rer Familie rechtlich nichts mehr im Weg. Seit ih- rer Haftentlassung am 7. November lebte sie un- ter hohen Sicherheitsvorkehrungen an einem ge- heimen Ort. Als mögliches Land für einen Asylan- trag war auch Deutschland im Gespräch.

Der Anwalt Asia Bibis lebt dem Zeitungs- bericht zufolge weiter in Pakistan. Er sei kurz vor der abschließenden Entscheidung des Gerichts dorthin zurückgekehrt, nachdem er sich wegen Todesdrohungen zuvor drei Monate lang im Aus- land aufgehalten habe. „Ich bin in meiner Woh- nung, ich gehe nicht in mein Büro“, zitiert ihn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Auf die Frage, ob er in Pakistan bleiben werde, sagte er dem- nach, es sei für ihn nicht sicher in dem Land, aber es sei dennoch „das Bequemste“. Für Freitag er- warte er größere Proteste in dem Land.