„Persecution Relief“ dokumentiert Gewalttaten von Hindunationalisten gegen religiöse Minderheiten in Indien

Neu Delhi, 14.02.2019 (KAP/KNA)

Die ökumenische Organisation „Persecution Relief“ hat dem indischen Oppositionsführer Rahul Gandhi einen Bericht über die Verfolgung von Christen in Indien übergeben. Der Spitzenkandidat der Kongresspartei bei der bevorstehenden Parlamentswahl habe mit „Persecution Relief“-Gründer Shibu Thomas über Details der „Hassverbrechen“ gegen Christen gesprochen, teilte die Organisation am Donnerstag auf Twitter mit.

„Persecution Relief“ dokumentiert in ihren Jahresberichten Gewalttaten von Hindunationalisten gegen religiöse Minderheiten in Indien. Rahul Gandhi (48) Enkel der 1984 ermordeten Premierministerin Indira Ghandi, warf der Regierungspartei BJP und Premierminister Narendra Modi im laufenden Wahlkampf wiederholt vor, Religion als „politische Waffe“ zu nutzen. Seit den Erfolgen der säkularen Kongresspartei unter Gandhis Führung bei einer Reihe von Landtagswahlen Ende 2018 ist der Nimbus der Unbesiegbarkeit von Modi und der BJP dahin.

Die Verfolgung und Gewalt gegen Christen hat auch im vergangenen Jahr weiter zugenommen, heißt es in dem Report, der der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. 477 Fälle wie Störungen von Gottesdiensten, Vandalismus in Kirchen oder Bibelverbrennungen durch hinduistische „Fanatiker“ sind von „Persecution Relief“ dokumentiert; das waren 37 mehr als im Vorjahr.

Mit 60 Prozent der Fälle sind die Bundesstaaten Uttar Pradesh, Tamil Nadu, Bihar, Madhya Pradesh und Telangana laut dem Bericht die fünf „Hotspots“ der Christenverfolgung. Beschwerden von Christen über diese Verstöße gegen die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit stoßen laut „Persecution Relief“ bei der Regierung Modi „auf taube Ohren“. Die hindunationalistische Regierungspartei BJP gilt als politischer Arm der einflussreichen Hinduextremisten, die das säkulare Indien in einen hinduistischen Gottesstaat umwandeln wollen.

Quellen: KAP/KNA