Anklage wirft dem Geistlichen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ vor

Tohar Haydarov2Teheran – Dem iranischen Pastor Youcef Nadarkhani droht erneut Gefängnis. Das meldet die Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (Christliche Solidarität Weltweit). Der Geistliche sei am 24. Juli vor ein Revolutionsgericht in Teheran geladen und unter Anklage gestellt worden. Ihm werde vorgeworfen, die nationale Sicherheit zu gefährden und ein Zionist zu sein. Das Gericht habe ein Predigtverbot verhängt und Nadarkhani eine Woche Zeit gegeben, um eine Kaution von 100 Millionen Touman (umgerechnet fast 30.000 Euro) aufzutreiben. Andernfalls solle er inhaftiert werden.

Seit 2009 immer wieder im Gefängnis

Nadarkhani war im Jahr 2009 wegen „Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“ zum Tode verurteilt worden. Sein Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Nachdem sich Politiker und Menschenrechtler intensiv für seine Freilassung eingesetzt hatten, kam Nadarkhani im September 2012 nach 1.062 Tagen in Haft überraschend frei. Nach einer neuerlichen Verhaftung kurz vor Weihnachten desselben Jahres hatte der damalige CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in einem Schreiben an den iranischen Botschafter in Deutschland seine sofortige Freilassung gefordert. Daraufhin war Nadarkhani im Januar 2013 unter Auflagen aus der Haft entlassen worden. Zuletzt war er am 13. Mai 2016 zusammen mit seiner Ehefrau Tina Pasandide Nadarkhani festgenommen, am selben Tag aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. 95 Prozent der 75 Millionen Einwohner Irans sind Schiiten, die Übrigen meist Sunniten. 360.000 Bürger sind Christen. (idea)