Projekt Beschreibung

Zum „Gefangenen des Monats“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelikalen Pastor Raju Manji aus dem Bezirk Azamgarh im nordöstlichen Bundesstaat Uttar Pradesh benannt. In Österreich wird diese Initiative von ChristeninNot unterstützt. Die Polizei hatte ihn am 7. September wegen angeblicher Zwangsmission verhaftet. Die Sicherheitskräfte gaben damit einem Mob von radikalen Hindu-Nationalisten nach. Sie hatten den Pastor und weitere Christen, die sich in einer Kirche zum Gebet versammelt hatten, brutal niedergeschlagen. Nach dem Angriff verhaftete die Polizei Manji und beschuldigte ihn, gegen das Antikonversionsgesetz verstoßen zu haben.

Die Antikonversionsgesetze, die es mittlerweile in mehreren indischen Bundesstaaten gibt, ermöglichen es hinduistischen nationalistischen Gruppen, mit dem Vorwurf der Zwangskonversion falsche Anschuldigungen gegen Christen zu erheben. Zudem schränken sie auch das Recht ein, friedlich für den eigenen Glauben zu werben.  (Quelle: IDEA/IGFM)

Raju Manji (Indien)

Exzellenz,
bitte erlauben Sie mir, dass ich mich in Sorge um den inhaftierten evangelischen Pastor Raju Manji in Jiyanpur (Uttar Pradesh) an Sie wende. Extremisten entführten ihn am 7. September, brachten ihn zur Polizeistation und erhoben dort falsche Vorwürfe gegen den Gemeindeleiter. Sie hatten Manji von einem Gebetstreffen seiner Kirche dorthin verschleppt. Vor diesem Hintergrund hätte er nicht verhaftet werden dürfen. Der Pastor hatte lediglich von seinem international anerkannten Recht Gebrauch gemacht, sich öffentlich zu seinem christlichen Glauben zu bekennen und friedlich dafür zu werben. Der Annahme liegt nahe, dass hier interessierte Gruppen versuchen, ein Exempel zu statuieren mit dem Ziel, religiöse Minderheiten wie die Christen in den privaten Raum zurückzudrängen. Indiens beispielhafter Säkularismus könnte zusammen mit der Religionsfreiheit auf Dauer in Gefahr geraten, wenn Anti-Konversionsgesetze insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten eingesetzt werden.
Hochachtungsvoll,

English Version:

Your Excellency,
Please forgive me for taking the liberty of bringing the fate of the incarcerated Protestant pastor, the Rev. Raju Manji, from Jiyanpur (Uttar Pradesh), to your attention. This leader of a Christian congregation was kidnapped by extremists on September 7th2021, and was then taken to a police station, where false accusations were made against him. The Rev. Manji was leading a prayer meeting in his church when he was arrested, and leading a prayer meeting can surely be no reason for an arrest. This pastor had only made use of his internationally recognized right to publicly profess his Christian faith and to peacefully promote it. It is therefore reasonable to assume that interested groups are trying to set an example with the aim of pushing religious minorities, such as Christians, back into the private sphere. In the long term, India's exemplary secularism and the guarantee of religious freedom is in true danger if anti-conversion laws are repeatedly used against members of religious minorities.
Most respectfully,

%%ihre Unterschrift%%

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