Syrien: Assyrische Vereine in Deutschland warnen vor wachsendem Druck auf Christen

Damaskus/Suqaylabiyah/Saarlouis – Der Assyrische Kulturverein e. V. Saarlouis und die Assyrische Autonomie Bewegung e. V. Deutschland warnen angesichts eines erneuten Angriffs auf die christlich geprägte Stadt Suqaylabiyah vor einer weiterhin angespannten Lage für Christen in Syrien. Nach ihren Angaben berichten Christen in Syrien von Bedrohungen, Einschüchterungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Manche hätten Angst, ihren christlichen Glauben öffentlich zu zeigen oder ein Kreuz zu tragen. Auch von Benachteiligungen im Berufsleben und zunehmendem gesellschaftlichem Druck sei die Rede.

Erneuter Angriff auf Suqaylabiyah

Besonders besorgt zeigen sich die Vereine über einen neuerlichen Angriff auf Suqaylabiyah. Sie sehen darin ein Warnsignal für die Verletzlichkeit christlicher Gemeinschaften im Land.

Für die beiden assyrischen Organisationen steht der Vorfall in einer längeren Geschichte von Gewalt und Vertreibung. Sie erinnern daran, dass die Assyrer zu den alteingesessenen christlichen Gemeinschaften des Nahen Ostens gehören. In den vergangenen Jahren hätten Christen in Syrien die Zerstörung von Kirchen und Dörfern, Vertreibungen, Entführungen und Tötungen erlebt. Nach Einschätzung der Vereine sind diese Erfahrungen auch heute noch prägend. Der jüngste Vorfall dürfe deshalb nicht vorschnell als Einzelfall betrachtet werden. Vielmehr müsse genau beobachtet werden, ob Christen ihren Glauben frei leben können und ob ihre Gemeinden ausreichend geschützt werden.

Sorge vor Rückführungen nach Syrien

Mit Blick auf die Diskussion über Abschiebungen aus Deutschland fordern der Assyrische Kulturverein Saarlouis und die Assyrische Autonomie Bewegung Deutschland besonderen Schutz für gefährdete syrische Christen.

„Keine Abschiebung syrischer Christen, wenn ihnen bei einer Rückkehr Verfolgung oder eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben droht“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Die Situation jedes Betroffenen müsse sorgfältig und individuell geprüft werden. Nach Ansicht der Vereine dürfe eine allgemeine Einschätzung der Sicherheitslage nicht dazu führen, konkrete Gefahren für religiöse Minderheiten außer Acht zu lassen. Dabei betonen die Vertreter, dass sie sich eine Zukunft der christlichen Gemeinschaften in ihrer angestammten Heimat wünschen. Christen sollten in Syrien frei und sicher leben, ihre Kirchen offen halten und ihren Glauben ohne Angst ausüben können.

Solange dieser Schutz nicht gewährleistet sei, dürften gefährdete Christen nicht zur Rückkehr gezwungen werden.

(Assyrischer Kulturverein Saarlouis/Assyrische Autonomie Bewegung Deutschland/CiN)
05.10.2026