Peking

China: Massive Polizeirazzia gegen christliche Hauskirchen

Mitte Dezember kam es im Kreis Taishun der Stadt Wenzhou (Provinz Zhejiang) zu einer groß angelegten Polizeiaktion gegen das nicht registrierte Yayang-Kirchennetzwerk mit zwölf Hauskirchen. Über tausend Sicherheitskräfte stürmten den Ort, errichteten Straßensperren und nahmen zahlreiche Christen fest. Am 15. Dezember wurde das Hauptkirchgebäude gewaltsam durchsucht; über 200 Gläubige wurden vorübergehend festgehalten, persönliche Gegenstände beschlagnahmt und der Zugang zur Kirche bis heute gesperrt.

Mindestens zwanzig Gemeindemitglieder stehen inzwischen unter sogenannter krimineller Haft. Darunter sind die beiden leitenden Pastoren Lin Enzhao (58) und Lin Enci (54), die ohne Kontakt zu ihren Anwälten im Untersuchungsgefängnis von Wenzhou festgehalten werden. Die Behörden beschuldigen sie, eine „kriminelle Organisation“ zu leiten – ein Vorwurf, der international scharf kritisiert wird.

Auslöser der Eskalation ist offenbar der jahrelange Widerstand der Gemeinde gegen staatliche Religionsvorgaben, insbesondere gegen das Aufhängen der chinesischen Nationalflagge und die Entfernung von Kreuzen. Bereits seit Juni 2025 kam es zu massiven Einschüchterungen, Zwangsmaßnahmen und weiteren Festnahmen.

Am 4. Januar spitzte sich die Lage erneut zu: Bewaffnete Polizei riegelte das Kirchengelände ab, Anwohner wurden evakuiert und schwere Baumaschinen wie Kräne und Bulldozer rund um die Kirche aufgefahren. Menschenrechtsorganisationen befürchten den Abriss der Kirche oder die Entfernung des Kreuzes.

Wenzhou gilt als „Jerusalem Chinas“ und steht erneut im Zentrum internationaler Kritik. China Aid spricht von einer deutlichen Eskalation der staatlichen Verfolgung von Christen im Rahmen der Politik der sogenannten „Sinisierung der Religion“.

09.,01.2026
(churchinchains.ie, bitterwinter, chinaaid)