Meldungen zu den Themen Christenverfolgung, Menschenrechte und Friedensarbeit
CiN-Online-Weltjournal im Oktober 2026
Von China bis Nigeria, von Kuba bis Saudi-Arabien: Das aktuelle Weltjournal zeigt, wo Religionsfreiheit bedroht wird und Christen unter Druck geraten. Zugleich berichten einzelne Meldungen von mutigen Menschen und wichtigen Entscheidungen für Menschenwürde und Glaubensfreiheit.
CHINA – Anwältin einer Hauskirche nach Taiwan geflohen
Die chinesische Anwältin Wang Xiahong, auch Ruth Wang genannt, ist mit ihrem Mann und zwei Kindern nach Taiwan geflohen und hat dort um Schutz ersucht. Sie hatte inhaftierte Leiter der Pekinger Untergrundgemeinde „Kirche von Zion“ vertreten. Zuvor musste ihre Kanzlei ihre Tätigkeit einstellen. (IDEA)
DEUTSCHLAND – Gemeinsames Essen gegen gesellschaftliche Spaltung
Seit 25 Jahren kommen in Altenburg einmal jährlich Hunderte Menschen zu einem kostenlosen gemeinsamen Essen auf dem Marktplatz zusammen. 400 Menschen nahmen diesmal teil. Die Begegnung soll Menschen miteinander ins Gespräch bringen und gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken. (MDR)
INDONESIEN – Druck auf christliche Restaurantbesitzer
In Palu protestierten Dutzende Muslime gegen ein von einem Christen betriebenes Restaurant mit Schweinefleischgerichten. Dem Besitzer wurden mehrere Auflagen gemacht, obwohl laut Menschenrechtlern keine Zustimmung der Nachbarschaft für einen Nicht-Halal-Betrieb erforderlich ist. In Zentraljava wurde zudem ein Lager eines weiteren christlichen Restaurantbesitzers vorsätzlich in Brand gesetzt. (morningstarnews)
IRAN – Drei junge Bahá’í festgenommen
Sicherheitskräfte nahmen in Schiras die Bahá’í Sarina Zaeri (20), Barbod Sepehri (21) und Arshia Jaberi (19) fest. Ihre Wohnungen wurden durchsucht und unter anderem religiöse Materialien beschlagnahmt. Zum Zeitpunkt des Berichts waren weder die Haftorte noch mögliche Anklagepunkte bekannt. (IIRF-D/HRANA)
ISRAEL – Verdächtige nach Angriff auf Kathedrale festgenommen
Nach einem Angriff auf die armenische St.-Jakobus-Kathedrale in Jerusalem nahm die Polizei sechs Verdächtige fest. Die Kirche soll bespuckt und mit Steinen beworfen worden sein. Fünf der Festgenommenen sind minderjährig. Auch gegen das Fenster einer Armenierin, die den Vorfall filmte, sollen Steine geworfen worden sein. (IDEA)
KASACHSTAN – Verbot der Todesstrafe bekräftigt
Die neue kasachische Verfassung schreibt das vollständige Verbot der Todesstrafe erneut fest. Das Land hatte die Todesstrafe bereits 2022 abgeschafft. Der österreichische Missionar Pater Gabriel Jocher begrüßte die Entscheidung als Bekenntnis zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde. (fides)
KUBA – Pastor nach drei Monaten freigelassen
Der protestantische Pastor Alexis Padrón Lorenzo wurde nach mehr als drei Monaten Haft freigelassen. Er war seit dem 10. Juni ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten worden, nachdem er die mangelhafte Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen kritisiert hatte. Die Vorwürfe gegen ihn bestehen weiter; bis zum Prozess muss er sich zweimal wöchentlich bei den Behörden melden. (CSW)
MEXIKO – Bischöfe beklagen Gewalt nach Priestermord
Nach der Ermordung des 48-jährigen Priesters Román de la Cruz fordern Mexikos katholische Bischöfe eine vollständige Aufklärung. Der Geistliche wurde am 15. September erschossen an einer Landesstraße im Bundesstaat Hidalgo gefunden. Neben seiner Leiche lag Medienberichten zufolge eine Drohbotschaft. (kap)
NIGERIA – Gericht schützt christliche Konvertitin
Ein Bundesgericht hat der islamischen Religionspolizei Hisbah im Bundesstaat Kano untersagt, eine 22-jährige Christin wegen ihres Übertritts vom Islam zum Christentum zu verfolgen. Die Frau war zuvor nach eigenen Angaben festgehalten, geschlagen und zu einer Heirat gedrängt worden. Das Gericht wertete das Vorgehen als Verstoß gegen Menschenwürde und Religionsfreiheit. (IDEA)
RUSSLAND – Missionarin droht langjährige Haft
Die südkoreanische Missionarin Park Tae Yeon steht in Chabarowsk vor Gericht. Die 70-Jährige lebte seit 1993 in Russland und wurde kurz vor ihrer geplanten Rückkehr nach Südkorea festgenommen. Ihr drohen bis zu 17 Jahre Haft. Sie befindet sich in einem Abschiebegefängnis; das Verfahren wurde mehrfach verschoben. (churchinchains.ie)
SAUDI-ARABIEN – Bischöfe appellieren gegen Hinrichtungen
Drei anglikanische Bischöfe haben Kronprinz Mohammed bin Salman aufgefordert, die Hinrichtung von 58 Äthiopiern auszusetzen, bei denen es sich überwiegend um orthodoxe Christen handeln soll. Nach Angaben der Bischöfe wurden christliche Gefangene wegen ihres Glaubens misshandelt. Fünf äthiopische Christen sollen bereits hingerichtet worden sein. (Church Times)
UKRAINE – Tod eines baptistischen Kriegsdienstverweigerers wird untersucht
Der 50-jährige Baptist Dmytro Koval soll nach seiner Festnahme wegen Kriegsdienstverweigerung beim Militär misshandelt worden und am 21. März gestorben sein. Seine Witwe fordert Ermittlungen wegen Mordes und Folter. Ein ukrainischer Baptistenvertreter bestätigte, dass ein Strafverfahren eingeleitet wurde, betonte jedoch, dass die genaue Todesursache bislang nicht abschließend geklärt sei. (Forum18)
07.10.2026
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