Neu-Delhi
Indien: Christen zwischen Hoffnung und Gewalt
In Manipur im Nordosten Indiens, wo ethnisch-religiöse Spannungen viele Familien entwurzelt haben, wurde vor kurzem ein Zeichen des Neuanfangs gesetzt. Im Dorf Munpi feierte die Gemeinschaft die Einweihung der neuen Josefskirche – gebaut für die Vertriebenen, deren alte Kirche niedergebrannt worden war. „Wir hoffen, dass das neue Gotteshaus unserer Gemeinschaft wieder Stabilität gibt“, sagte der emeritierte Erzbischof von Imphal, Dominic Lumon. Die Kirche soll ein Ort der Heilung und Versöhnung sein; rundherum entstehen neue Häuser für Familien, die alles verloren haben.
Ganz anders die Nachrichten aus dem Norden des Landes: In Jammu und Kashmir griff eine Gruppe Bewaffneter einen Bus mit christlichen Missionaren an. Mit Stöcken und Messern schlugen sie auf das Fahrzeug ein, während Polizisten zunächst untätig blieben. Erst später griffen Einsatzkräfte ein, ein Täter wurde festgenommen.
Der Angriff zeigt, wie verletzlich Minderheiten in angespannten Regionen bleiben – und wie groß die Kluft zwischen friedlicher Hoffnung und religiöser Gewalt weiterhin ist.