Anhaltende Schikanen gegen religiöse Akteure
Kuba: Pastor nach Bibelvideo kurzzeitig festgenommen
Havanna. Der unabhängige protestantische Pastor Rolando Pérez Lora wurde am 15. März in Matanzas festgenommen, nachdem er ein Bibelvideo aufgenommen und auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht hatte. Die Verhaftung erfolgte unmittelbar nach dem Upload in einem Park mit öffentlichem WLAN, wo er regelmäßig predigt und mit Passanten betet. Videoaufnahmen zeigen, wie Polizeibeamte ihn gegen seinen Willen in ein Fahrzeug zwingen, während seine Familie protestiert.
Der Pastor wurde nach rund drei Stunden wieder freigelassen, doch sein Fall steht exemplarisch für anhaltende Schikanen gegen religiöse Akteure in Kuba. Pérez Lora berichtet, seit Jahren Ziel staatlicher Überwachung und Einschüchterung zu sein. Bereits in seiner früheren Gemeinde in Las Tunas sei er wiederholt vorgeladen und von Sicherheitskräften verfolgt worden.
Behörden reagieren verstärkt auf Proteste
Die Festnahme erfolgte vor dem Hintergrund wachsender sozialer Spannungen im Land. Nach anhaltenden Stromausfällen sowie Versorgungsengpässen kam es zu Protesten, auf die die Behörden mit verstärkten Repressionen und Einschränkungen der Kommunikation reagierten.
Menschenrechtsorganisationen sehen in dem Vorgehen einen weiteren Versuch, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen. Sie fordern ein Ende der Einschüchterung religiöser Leiter und die Achtung der Religions- und Meinungsfreiheit in Kuba.