Nigeria: 23 Tote bei Angriff auf christliche Gemeinde
Abuja/Jos – Im nigerianischen Bundesstaat Plateau ist erneut eine christliche Gemeinde Ziel eines schweren Angriffs geworden. In der Ortschaft Binper im Verwaltungsbezirk Mangu wurden mindestens 23 Menschen getötet. Mehrere Bewohner wurden verletzt, weitere gelten noch als vermisst.
Der Angriff begann Berichten zufolge gegen Mitternacht und dauerte mehr als drei Stunden. Bewaffnete drangen von Haus zu Haus vor, brachen Türen auf und attackierten die Bewohner im Schlaf. Unter den Opfern befinden sich Männer, Frauen, ältere Menschen und Kinder. Verletzte mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
„Das sind nicht nur Zahlen“
Der protestantische Pastor Ezekiel Dachomo, der immer wieder auf die Gewalt gegen christliche Gemeinden in Plateau aufmerksam macht, wandte sich nach dem Angriff mit einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. „Das sind nicht nur Zahlen“, betonte er. Die Getöteten seien Väter und Mütter, Großeltern, Kinder und junge Menschen gewesen – Menschen mit Familien, Hoffnungen und einer Zukunft.
Dachomo fordert von der nigerianischen Regierung und den Sicherheitsbehörden wirksamen Schutz für die bedrohten Gemeinden. Zugleich müssten die Hintergründe des Angriffs aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Verletzten und jene Familien, die durch die Gewalt ihre Heimat verlassen mussten, benötigten dringend Unterstützung.
Gewalt im christlich geprägten Middle Belt
Der Bundesstaat Plateau liegt im sogenannten Middle Belt Nigerias, in dem seit Jahren schwere Konflikte ausgetragen werden. Besonders christlich geprägte Dörfer werden immer wieder von bewaffneten Gruppen überfallen. Menschen werden ermordet oder entführt, Häuser zerstört und Bewohner vertrieben. Die anhaltende Gewalt hat in zahlreichen Gemeinden ein Klima der Angst geschaffen.
Nach dem jüngsten Massaker warnt Pastor Dachomo davor, dass die Opfer von Binper zu einer weiteren Zahl in der langen Statistik der Gewalt werden. Sein Appell richtet sich deshalb auch an Kirchen und die internationale Gemeinschaft: Das Leid der Menschen dürfe nicht einfach hingenommen werden.
„Die Menschen in Plateau verdienen es, in Frieden zu leben“, so Dachomo. Sie müssten in ihren Häusern schlafen und ihre Kinder großziehen können, ohne fürchten zu müssen, dass die nächste Nacht einen weiteren Angriff bringt.