Mehr als nur Zahlen

Jahresbericht Projekte 2025

Liebe Leserinnen und Leser!
Ein Jahresrückblick beginnt meist mit Zahlen. Für uns beginnt er mit den Menschen dahinter.
Ein Kind, das medizinische Hilfe erhalten hat. Eine Familie, die nach ihrer Flucht wieder Hoffnung schöpfen konnte. Eltern, die ihre Kinder wieder zur Schule schicken können. Menschen, die ihren Glauben trotz Verfolgung nicht aufgegeben haben.
Zahlen schaffen Transparenz. Sie zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit Ihrem Vertrauen umgehen.
Doch sie erzählen nie die ganze Geschichte. Denn Hoffnung, Würde und Mitmenschlichkeit lassen sich nicht in einer Bilanz darstellen.
Mit unserem Jahresrückblick möchten wir Ihnen deshalb nicht nur Rechenschaft über unsere Arbeit geben. Wir möchten Ihnen vor allem zeigen, was Ihre Unterstützung bewirkt hat – vom Amazonas bis nach Nigeria, von Pakistan bis Armenien.
Im Lukasevangelium heißt es: „Wem viel gegeben ist, von dem wird viel verlangt.“ (Lk 12,48)
Für mich ist das eine Einladung, das Gute, das wir empfangen haben, mit anderen zu teilen und die Not unserer Mitmenschen nicht zu übersehen.
Im Namen des gesamten Teams danke ich Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen, Ihre Gebete und Ihre treue Unterstützung.
Ohne Sie wären viele dieser erfolgreichen Geschichten nie geschrieben worden…
Ihr Martin Morawetz, CiN-Generalsekretär

Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit. Deshalb legen wir offen, wie die uns anvertrauten Spenden verwendet werden.
Auch 2025 erfolgte der Mitteleinsatz nach den strengen Vorgaben des Österreichischen Spendengütesiegels. Der Rechenschaftsbericht zeigt transparent Herkunft und Verwendung aller Mittel.
Im vergangenen Jahr war der Bedarf in unseren Projektländern besonders hoch. Um dringend benötigte Hilfe rasch leisten zu können, haben wir daher zusätzlich auf vorhandene Rücklagen zurückgegriffen. Sie wurden genau für solche Situationen gebildet – damit Hilfe dann möglich ist, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.
Der Großteil unserer Mittel floss unmittelbar in die Projektarbeit. Verwaltung, Rechnungsprüfung, Spendengütesiegel und Kommunikation sorgen gleichzeitig dafür, dass jede Spende sicher, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt wird.

81,68% aller Spendeneinnahmen im Jahr 2025 wurden für die statutengemäße Arbeit aufgewendet.

CiN

2025 war ein Jahr voller Herausforderungen – und voller Hoffnung. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir Menschen in unseren Projektländern konkret helfen und neue Perspektiven eröffnen.

Gemeinsam Hoffnung schenken – weltweit

(Bild: Die CiN-Projektländer 2025 von West nach Ost: Peru, Haiti, Ghana, Nigeria, Ägypten, Syrien, Armenien, Pakistan und Nepal)

CiN

Haiti: Kampf gegen Hunger und Gewalt
Das Jahr begann mit dem Blick auf Haiti, wo Naturkatastrophen, Gewalt und Vertreibung den Alltag vieler Familien prägen. Bewaffnete Banden kontrollieren wichtige Verkehrswege, das treibt die Lebensmittelpreise nach oben und führt zu Versorgungsengpässen. In Dolian fianziert Christen in Not die Schulmahlzeiten von Kindern vertriebener Familien – damit die Eltern bei den täglichen Ausgaben entlastet werden und ihre Kinder versorgt sind. Für viele ist es die einzige Mahlzeit des Tages.
Im Laufe des Jahres verschärfte sich die Situation. Pastor Benoit berichtete von steigenden Lebens-mittelpreisen, zerstörter Landwirtschaft und Ernten, die durch Hurrikan „Melissa“ vernichtet wurden. Saatgut wurde weggeschwemmt, viele Menschen befanden sich auf der Flucht. Gerade in dieser Situation brachten die festen Mahlzeiten etwas Stabilität in den von Unsicherheit geprägten Alltag. Sie lindern den Hunger und ermöglichen den Kindern, sich auf das Lernen zu konzentrieren.

(Bild: Sauberes Trinkwasser und die Schulspeisung schaffen die Grundlage für erfolgreiches Lernen.)

CiN

Nepal: Bildung als Weg aus der Armut
In Nepal stand 2025 wieder die Förderung benachteiligter Kinder im Mittelpunkt. Die Moonlight-Schule in Kathmandu bietet Kindern aus armen Familien eine echte Zukunftsperspektive. Viele der Schülerinnen und Schüler wären ohne diese Unterstützung von Kinderarbeit, Ausbeutung oder einem Leben auf der Straße bedroht.
Die Schule vermittelt nicht nur Bildung, sondern auch Werte wie gegenseitigen Respekt und interreligiöse Toleranz. Damit leistet sie einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einem Land, in dem religiöse Spannungen immer wieder auftreten. Besonders erfreulich war die Entwicklung einzelner Schülerinnen und Schüler, die durch ihre Leistungen sogar nationale Anerkennung erhielten. Bildung wurde so einmal mehr zum Schlüssel für Selbstvertrauen.

(Bild: Eine Schulklasse in Nepal)

CiN

Syrien: Medizinische Hilfe in der Dauerkrise
In Aleppo bestimmten auch 2025 die Folgen des Bürgerkriegs, Erdbebens und politische Unsicherheit den Alltag. Viele Christen hoffen auf Frieden, zugleich wächst die Angst vor der neuen islamistisch geprägten Regierung.
CiN unterstützt ein christliches Krankenhaus, das insbesondere mittellose Patientinnen und Patienten versorgt. Die Hilfe reichte von Untersuchungen und Medikamenten bis zu lebensrettenden Operationen. Für viele Menschen wären selbst einfache Behandlungen unerschwinglich – eine MRT-Untersuchung kostet oft mehr als der Monatslohn eines einfachen Arbeiters.
Trotz Krieg und Erdbeben blieb das Krankenhaus geöffnet. Die Unterstützung von CiN ermöglichte Behandlungen schwerer Erkrankungen, Geburten und zahlreicher Notfälle – für Menschen, die sonst keine medizinische Versorgung erhalten hätten.

(Bild: Dankbarkeit für medizinische Hilfeleistung in Syrien)

CiN

Armenien: Hilfe für Vertriebene und eine Kirche unter innenpolitischem Druck
Kaum ein Land prägte das Jahr 2025 so stark wie Armenien. Nach der Vertreibung der Christen aus Bergkarabach kämpften Tausende Familien um einen Neuanfang. Christen in Not unterstützte die Eingliederung der Vertriebenen insbesondere in der Erzdiözese Shirak. Im Mittelpunkt standen Ausbildungen, Kinderbetreuung und psychologische Hilfe für traumatisierte Familien. Viele Kinder hatten Bombardierungen, Flucht und Gewalt erlebt. Traumatherapien, Hausaufgabenbetreuung und soziale Unterstützung halfen dabei, langsam wieder Vertrauen zu gewinnen.

(Bild: Vertriebene Familie aus Bergkarabach in Armenien.)

CiN

Peru: Schutz für bedrohte Ureinwohner
Im peruanischen Amazonasgebiet unterstützte CiN christliche indigene Gemeinschaften, deren Lebensraum durch illegalen Goldabbau zunehmend zerstört wird. Die Kirche steht den Betroffenen als wichtige Stimme und Ansprechpartnerin zur Seite.

(Bild: Die Station kommt besonders den Kindern zugute.)

CiN

Pakistan: Frauen und Gesundheitsversorgung gestärkt
Pakistan war 2025 einer der wichtigsten Projektschwerpunkte von CiN. In Lahore ermöglichte die von Schwester Zakia geleitete Nähschule Frauen den Weg in die wirtschaftliche Eigenständigkeit. Christliche und muslimische Teilnehmerinnen lernten gemeinsam ein Handwerk, bauten Vorurteile ab und bauten für sich und ihre Familien ein neues Standbein auf. 2025 schlossen insgesamt fünfzig Frauen die Ausbildung erfolgreich ab.
Ein weiterer Schwerpunkt war die medizinische Versorgung entlegener Dörfer in Sindh. Mobile Gesundheitsteams – die „Ärzte auf Rädern“ – behandelten Hautkrankheiten, Infektionen, Malaria und hitzebedingte Erkrankungen. Gleichzeitig vermittelten sie Gesundheitswissen und leisteten gerade in der Zeit extremer Hitzewellen lebenswichtige Präventionsarbeit.

(Bild: Ärzte fahren in entlegene Dörfer, wo es keine Gesundheitseinrichtungen gibt.)

CiN

Nigeria: Starker Glaube trotz Verfolgung
Nigeria blieb auch 2025 eines der gefährlichsten Länder für Christen. Terroristische Gruppen und islamistische Milizen griffen Dörfer, Schulen und Kirchen an. CiN unterstützte verletzte, vertriebene Menschen und half Waisen. Denn ein besonderer Schwerpunkt ist das Waisenhaus in Enugu, das Kindern nach schweren Gewalterfahrungen Schutz und Geborgenheit schenkt.
Zum Symbol dieser Hoffnung wurde die kleine Ismaila Mary. Nach einem Massaker im Bundesstaat Benue wurde sie als einziges Familienmitglied lebend gefunden. Im Waisenhaus erhielt sie medizinische Versorgung, Schutz und ein neues Zuhause.

(Bild: Baby Ismaila Mary)

Danke, dass Sie unsere Projekte unterstützen!