Nigeria: Neue Angriffe auf christliche Dörfer in Kaduna

Abuja/Kaduna – Im nigerianischen Bundesstaat Kaduna sind christliche Gemeinden erneut Ziel schwerer Angriffe geworden. Nach Angaben der katholischen Erzdiözese Kaduna überfielen bewaffnete Täter mehrere Ortschaften der Pfarre St. Peter und Paul in der Region Dangana. Dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet, zahlreiche weitere verletzt und mehrere Personen entführt.

Sicherheitsleute konnten Angriff nicht verhindern

Der schwerste Angriff ereignete sich am 21. Mai in Kurmin Bongo. Während eines nächtlichen Unwetters drangen die Angreifer in das Dorf ein und attackierten die Bewohner. Trotz des Eingreifens lokaler Wachgruppen kamen fünf Menschen ums Leben. Zehn weitere wurden verschleppt, zwei von ihnen konnten später befreit werden.

Bereits zuvor waren zwei weitere Außenstationen der Pfarre betroffen. Im Dorf Kasaru-B wurde Anfang März ein Christ erschossen, mehrere Menschen erlitten Schussverletzungen. Acht Personen, darunter ein Prediger, wurden entführt. Obwohl die Geiseln später freikamen, starben zwei von ihnen während der Gefangenschaft. Anfang Mai folgte ein weiterer Überfall auf Sabon Gari. Dort wurden zwei Menschen verletzt und zehn Personen verschleppt; ein Entführter wurde später getötet.

Kirche fordert besseren Schutz durch staatliche Behörden

Die Erzdiözese verurteilte die „unaufhörlichen Terrorangriffe“ scharf und forderte die Behörden auf, die Bevölkerung besser zu schützen. Die wiederholte Gewalt habe zahlreiche Familien vertrieben und die betroffenen Gemeinden in Angst, Trauer und Unsicherheit gestürzt.

Nigeria leidet seit Jahren unter Entführungen, Überfällen und islamistischer Gewalt. Neben Boko Haram werden in vielen Regionen auch bewaffnete Fulani-Milizen für Angriffe auf mehrheitlich christliche Dörfer verantwortlich gemacht. Kirchenvertreter warnen, dass insbesondere ländliche Gemeinden zunehmend schutzlos den Übergriffen ausgeliefert seien.

(ewtnnews.com)
30.05.2026