Peking

China: Christliche Geistliche weggesperrt

Die chinesischen Behörden gehen weiter gegen nicht registrierte christliche Kirchen vor. CiN hat sich zwei Einzelschicksale näher angesehen.

Geng Zejun ist Pastor der Pansi-Hauskirche. Er soll noch im Laufe des Sommers vor Gericht gestellt werden. Seit Ende Jänner ist Zejun wegen des Vorwurfs der „Organisation illegaler Versammlungen“ inhaftiert und wartet auf den Beginn seines Prozesses. Dieser wurde aber wegen der Corona-Pandemie schon mehrmals verschoben. Zejuns Frau Hao verteilte über die sozialen Online-Medien folgendes Gebetsanliegen: „Ich glaube nicht, dass unsere Gottesdienste illegale Versammlungen sind. Liebe Mitchristen, bitte betet für Geng. Er ist nun seit mehr als 6 Monaten in Haft. Wir vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit. Bitte betet, dass Gott ihm beisteht und ihn stärkt, damit er Gott weiter dienen kann.“

Pastor John Cao verbüßt indes eine siebenjährige Haftstrafe. Der 63-Jährige wurde wegen der „Organisation illegaler Grenzübertritte“ zwischen China und Myanmar verurteilt. John Cao lebte zuvor bereits seit Jahrzehnten in den USA und war immer wieder in sein Heimatland gereist um dort Bildungseinrichtungen und die arme Bevölkerung zu unterstützen. Im Laufe der Zeit dehnte er seine Hilfsprojekte auch auf das Nachbarland Myanmar aus und überquerte deshalb immer wieder den dortigen Grenzfluss – ohne jegliche Einschränkung der Behörden. Laut Eigenaussage halfen ihm die Grenzbeamten sogar teilweise beim Überqueren. Im März 2017 warteten beim Grenzübertritt bereits Sicherheitsbeamte und verhafteten ihn. 2018 folgte das Urteil.
Vor zwei Monaten besuchte ihn seine Mutter über einen Videokonferenzraum „virtuell“ im Gefängnis. Danach sagte sie: „Ihm geht es gut. Ich bin erleichtert. Seine Stimme ist voller Zuversicht und Wärme.“

(China Aid, chrurchinchains.ie, Bitter Winter)

UPDATE März 2023: Pastor Geng Zejun ist nach Verbüßen seiner Haftstrafe wieder frei.

UPDATE März 2024: Pastor John Cao ist nach Verbüßen seiner Haftstrafe wieder frei. Seine Familie hofft, dass ihm die Ausreise in die USA erlaubt wird.