„Im 21. Jahrhundert wiederholen sich die Bilder der antiken Christenverfolgungen“ – Österreich und die Europäische Union müssen alles tun, um ein „religiöses, humanitäres und kulturelles Desaster abzuwenden“

 Wien, 22.08.13 – Angesichts der Ereignisse in Ägypten und Syrien hat der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Erzbischof Arsenios (Kardamakis), am Donnerstag einen eindringlichen Appell zur „Lage der Christen im Nahen Osten“ veröffentlicht. Sowohl in Ägypten als auch in Syrien seien Jahrtausende alte christliche Gemeinschaften und deren Kirchen und Klöster in ihrer Existenz bedroht. Die Verantwortlichen in Österreich und in der Europäischen Union müssten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel der Politik und Diplomatie einsetzen, um „ein nicht nur religiöses, sondern auch humanitäres und kulturelles Desaster abzuwenden“. Zugleich rief der Metropolit alle Menschen guten Willens – „unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit“ – dazu auf, aktiv für die Leidenden im Nahen Osten einzutreten und für sie zu beten.

 

Wörtlich heißt es im Appell von Metropolit Arsenios: „Die Ereignisse in Ägypten und in Syrien in den letzten Tagen und Wochen offenbaren einmal mehr die prekäre und schwierige Lage der Christen im Nahen Osten. Die Bilder aus den krisengeschüttelten Gebieten und Gesellschaften zeugen von großen religiösen und sozialen Spannungen, die sich wie so oft an den Schwachen und Schutzlosen entladen. Verletzte Kleriker, beschädigte und zerstörte christliche Gotteshäuser, in Angst lebende christliche Gemeinschaften erinnern uns schmerzhaft daran, wie die ersten Christen im Römischen Reich gelebt haben müssen, als sie anfangs erbarmungslos verfolgt und getötet wurden, um dann doch in der Person des Kaisers Konstantin einen toleranten Beschützer zu finden.

 

Dass sich im 21. Jahrhundert die Bilder der Christenverfolgungen wiederholen, erfüllt uns mit großer Sorge, tiefer Betrübtheit und aufrichtiger Anteilnahme. Die Gewalttaten, die von Extremisten in Ägypten verübt werden, haben das weltweite Augenmerk in letzter Zeit ausschließlich auf sich gezogen und scheinbar die Auseinandersetzung in Syrien in den Schatten gestellt. Aber auch dort ist die Angst um Leib und Leben zum traurigen Alltag der Christen geworden. So harren die seit über drei Monaten in Syrien entführten Metropoliten Pavlos Yazigi, Bruder des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Johannes X., und Mar Gregorios Youhanna Ibrahim trotz intensiver internationaler diplomatischer Bemühungen noch immer ihrer Freilassung“.(poi)