Wanderheuschrecken und Corona treffen die Ärmsten

Versöhnungsprojekte in Gefahr

Mulan – Der Corona-Lock-down Pakistans hat zu einer äußerst prekären Ernährungslage für die Tagelöhner geführt. Darunter sind besonders viele Christen, denen oft der Weg in andere Berufe verwehrt bleibt. ChristeninNotunterstützt Christen in vielen Teilen Pakistans mit Bildung und sonstigen Maßnahmen – auch in Blasphemiefällen. Doch unser Projekt in der ärmsten Pfarre der Diözese Multan im Punjab, dem Dorf Chak, ist besonders betroffen: Etwa zwei Drittel der christlichen Bevölkerung steht vor dem Nichts und Familien hungern. Die zumeist in Lohnknechtschaft auf den Feldern der Großbauern tätigen Christen leiden besonders darunter. Keine Arbeit, kein Lohn, keine Reserven, keine Mahlzeiten – nicht einmal mehr für ihre Kinder. Mit groß angelegten Nahrungsmittelspenden konnte ChristeninNot seit März den Hungertod verhindern.

Apokalypse NOW!

Was in diesen Tagen geschieht, ist eine Katastrophe biblischen Ausmaßes: Die Züge der Wanderheuschrecken haben Pakistan erreicht und ziehen nun durch den Punjab. In wenigen Minuten fressen diese Schwärme die Felder mit Baumwolle, Weizen, Mais, Tomatenstauden, Sonnenblumen sowie grünes Weideland und Mango-Obstgärten kahl. Die Preise auf den Märkten schießen in die Höhe. Wieder sind es die oft christlichen Tagelöhner, die keine Reserven haben und die es am härtesten trifft. ChristeninNot braucht dringend zusätzliche Mittel, um im Zusammenfall von Corona und Heuschreckenplage den hungernden Familien im Überlebenskampf zu helfen. Alle langfristigen Unterstützungen, wie Ausbildungschancen für die Kinder, können erst dann wieder greifen, wenn das tägliche Überleben gesichert ist. Die Essensration für eine achtköpfige Familie kostet umgerechnet 15 Euro pro Woche. Wer jetzt hilft, wird zum Lebensretter. Denn für die betroffenen Familien ist diese Heuschreckenplage eine „Apokalypse NOW“!

Corona gefährdet Versöhnungsprojekte

ChristeninNot hat in nahezu allen seinen Projekten etwa in Pakistan, Nigeria, Ghana und Ägypten ein umfangreiches Nothilfe-Programm gestartet. Wird der Lock-down in diesen Ländern noch lange anhalten, dann übersteigt es unsere Reserven. Dringend werden zusätzlich SpenderInnen gesucht, die helfen, diese Existenzbedrohung für verfolgte und leidende Christen zu verhindern. Generalsekretär Dr. Elmar Kuhn: „Bei aller kurzfristigen Überlebenshilfe müssen wir auch an die Zeit nach Corona denken. Mit unseren Partnern haben wir Versöhnungsprojekte zwischen Christen und der jeweiligen Mehrheitsreligion, meist sind es Muslime, gestartet. Diese Projekte, mit denen eine gerechtere und bessere Zukunft für verfolgte Christen beginnt, sind nun in Gefahr.“

Hintergrund-Info: Die Schwärme der Wanderheuschrecken bestehen aus vielen Millionen Tieren. Teilweise sind es regelrechte Teppiche aus Heuschrecken mit bis 50 Quadratkilometern Ausdehnung (das ist mehr als die Fläche der Stadt Eisenstadt). Binnen Minuten können sie ganze Felder kahlfressen. Täglich frisst eine Heuschrecke die Menge ihres Gewichts. Auf einen großen Schwarm hochgerechnet, könnten mit dieser Menge mehr als 30.000 Menschen satt werden. Hinzu kommt das gigantische Wachstum der Wanderheuschrecken: Innerhalb von sechs Monaten wächst unter günstigen Bedingungen ihre Zahl um das 400-fache.

Neue Entdeckung könnte Hilfe bringen

An der Muhammad Nawaz Shareef University of Agriculture (MNSUAM) wurde nun ein Pilz entdeckt, der Heuschrecken tötet. Sechs Professoren arbeiten an diesem Projekt. Dieser Pilz wird auf die Felder gesprüht. Wenn die Heuschrecken ihn fressen, sterben sie. Die Wissenschaftler sind auch überzeugt, dass diese neue Bekämpfungsmethode für Menschen, Vögel und andere Tiere unschädlich ist.

 

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