Jerusalem/ Jenin

Israel/ Palästina: Journalistin bei Razzia der israelischen Armee erschossen

Die Al-Jazeera-Reporterin Shireen Abu Aqleh berichtete aus dem Flüchtlingslager Jenin, als sie tödlich getroffen wurde.

Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, die US-amerikanisch-palästinensische Journalistin sei durch Schüsse tödlich am Kopf verletzt worden. Ein anderer Journalist, Ali Samoodi, sei bei dem Vorfall angeschossen worden. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die israelischen Sicherheitskräfte: „Sie haben sie kaltblütig getötet. Sie haben auf uns geschossen. Eine Kugel traf mich und eine andere Shireen“.

Al-Jazeera schrieb, die Reporterin habe über die Razzia berichtet und dabei eine Weste mit der gut lesbaren Aufschrift „Presse“ getragen. Die Christin Abu Aqleh ist seit mehr als 20 Jahren für den katarischen Sender im Einsatz und besonders in der arabischen Welt war sie für ihre Berichterstattung über den Nahost-Konflikt sehr bekannt. Der Sender rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, das israelische Militär zur Verantwortung zu ziehen.

Diesen Angriff auf die Pressefreiheit sieht man von offizieller israelischer Seite anders, Ministerpräsident Bennett weist die Vorwürfe zurück: „Nach den uns vorliegenden Informationen ist es wahrscheinlich, dass bewaffnete Palästinenser, die zu diesem Zeitpunkt wahllos um sich schossen, für den bedauerlichen Tod der Journalistin verantwortlich waren“.

In einer ersten Reaktion der Organisation Jewish Voice for Peace (zu deutsch: Jüdische Stimme für den Frieden) kritisiert diese Israel scharf: „Israel nimmt palästinensische Journalistinnen und Journalisten ins Visier, weil sie den Mächtigen die Wahrheit sagen und Israels Verbrechen der Welt aufdecken. Dieser Arbeit widmete Shireen ihr Leben. Möge Sie in Stärke ruhen. Ihr Vermächtnis wird niemals sterben.“

Das Büro für Menschenrechte der Vereinten Nationen (UNHR) schrieb in den sozialen Online-Medien: „Wir sind entsetzt über die Ermordung der Journalistin Shireen Abu Akleh, als sie über eine israelische Militäroperation in Jenin, Palästina, berichtete. Unser Büro ist vor Ort und überprüft die Fakten. Wir fordern eine unabhängige, transparente Untersuchung ihres Mordes. Straflosigkeit muss enden.“

(puls24, jewishvoiceforpeace.org, UNHR)