Ramallah/ Jerusalem

Palästina: Israelische Armee dringt in Kirchenkomplex ein

Der anglikanische Kirchenrektor kritisiert das Vorgehen der Armee.

Bei einer Razzia vergangenen Donnerstag ist die israelische Armee auf das Gelände der anglikanischen Andreaskirche in Ramallah vorgedrungen. Dabei wurden zwei Türen beschädigt. In dem Kirchenkomplex befindet sich neben der Kirche auch Pfarrhaus, Gemeindesaal, Gästehaus, zwei Wohnungen palästinensischer Familien und das von der palästinensischen Menschenrechtsorganisation „Al-Hak“ gemietete Büro.

„Al-Hak“ wird von den israelischen Behörden als terroristische Vereinigung eingestuft. Bei der Razzia wurden Dokumente der Organisation beschlagnahmt und das Büro verriegelt. Zwei Stunden dauerte die Aktion der Soldaten.

Der Kirchenrektor Fadi Diab verurteilt das Vorgehen als Verstoß gegen internationales Recht und die Menschenrechte und fordert eine Stellungnahme Israels. Gotteshäuser müssten respektiert werden, sie dürften „zu keinem Zeitpunkt durchsucht werden“.

„Die israelischen Behörden hätten uns bitten können, die Tür zu öffnen, anstatt die gesamte Gemeinde einschließlich der hier lebenden Kinder in Angst und Schrecken zu versetzen. Neben dem materiellen Schaden gibt es auch einen psychologischen: Israel will auf diese Weise den Palästinensern die Botschaft senden, dass es keine sicheren Orte gibt – nicht in den Straßen und nicht in den Kirchen.“, so der Rektor.

(kap)